TSUNAMIS

RIESIGE FLUTWELLEN

Am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 erschütterte gegen 2.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit ein gewaltiges Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 auf der Richterskala den Indischen Ozean. Riesige Flutwellen, so genannte Tsunamis, rasten über zahlreiche Küsten von Südasien, über 150.000 Tote wurden gezählt. Ein so heftiges Erdbeben hatte es seit 40 Jahren auf der ganzen Welt nicht mehr gegeben. Es war eines der stärksten Erdbeben, die jemals gemessen wurden.

tsunami

Tsunamis entstehen durch Erdbeben, aber auch bei Hangrutschungen unter dem Meer und bei Vulkanausbrüchen.

Das Wort "Tsunami" stammt aus dem Japanischen und bedeutet frei übersetzt "große Welle im Hafen". Dass dieser Name sehr treffend ist, zeigt sich darin, dass die Riesenwellen von Schiffen auf dem offenen Meer gar nicht bemerkt werden. Erst im flacher werdenden Wasser der Küsten und Häfen entwickeln sie ihre ganze Zerstörungskraft. Der japanische Name verweist zudem darauf, dass Tsunamis vor allem im Pazifischen Ozean vorkommen und gefürchtet sind.

Von Flutwellen, die von Stürmen verursacht werden, unterscheiden sich Tsunamis durch ihre ungeheuer hohe Geschwindigkeit von bis zu 800 Stundenkilometern. Auch, anders als bei Wellen durch Wind, liegt ihre Wellenlänge, das heißt der Abstand von Wellenkamm zu Wellenkamm, bei Größenordnungen von Hunderten von Kilometern. Die Periodendauer, also die Zeit zwischen dem Vorbeilaufen zweier Wellenberge, liegt bei Minuten bis Stunden. Auf hoher See sind Tsunamis kaum wahrnehmbar und rasen über Tausende von Kilometern durch den Ozean. Nähern sich die Riesenwellen der Küste, verringert sich ihre Geschwindigkeit drastisch.

Die Wellenberge rücken näher zusammen, wie Fahrzeuge im Verkehrsstau und können sich zu einer Höhe von 30 Metern und mehr auftürmen. Häufig zieht sich das Meer vor dem Anrollen eines Tsunamis zurück, ehe sich der Hauptkamm wie eine fast senkrechte, alles zerstörende Wand nähert.

Im Laufe der Geschichte gab es schon viele Tsunamis. Einer der berühmtesten erreichte am ersten November 1755 die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Die Straßen von Lissabon, sie galt damals als eine der schönsten Städte der Welt, waren damals festlich für das hohe katholische Ereignis geschmückt. Viele der über 250.000 Einwohner hatten sich in eine der zahlreichen Kirchen begeben. Gegen 9.30 Uhr erschreckte sie ein Erdstoß aus der Morgenandacht. Gegenstände fielen von den Altären, und die Kirchengebäude begannen zu schwanken. Die Menschen flüchteten auf die Straßen, wo die umgebenden Gebäude wie Kartenhäuser zusammenfielen.

Es folgten zwei weitere, noch stärkere Erdstöße. Eine gewaltige Staubwolke legte sich über die zerstörte Stadt. Menschen, die sich am Fluss Tejo in Sicherheit bringen wollten, wurden von einer gewaltigen Flutwelle, einem Tsunami, erfasst. Das katastrophale Erdbeben von Lissabon soll nach historischen Quellen mehr als 30.000 Menschen in Lissabon und Umgebung das Leben gekostet haben.

Neben Tsunamis können auch tropische Wirbelstürme wie Hurrikans oder Taifune verheerende Flutwellen erzeugen. Je stärker der Wirbelsturm, umso mächtiger ist die Brandung. Von dem gewaltigen Unterdruck im Wirbelzentrum wird das Meerwasser angehoben und durch die hohe Windgeschwindigkeit vor dem Wirbel her geblasen. Eine dadurch erzeugte Flutwelle ist in der Lage, gewaltige Schäden anzurichten. Neben Zerstörungen an Gebäuden oder Verkehrswegen nehmen Anbauflächen Schaden durch das Salzwasser. Flutwellen sind ohne Zweifel das gefährlichste Element des Wirbelsturms, da sie die Mehrzahl der Sachschäden verursachen und die meisten Todesopfer fordern.

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