KÖNIGE DER MEERE

Wale sind, das wisst ihr alle - Säugetiere. Säugetiere, die sich nahezu vollkommen an ihren Lebensraum Wasser angepasst haben. Sie leben in allen Ozeanen und Meeren, auch in der Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer. Es gibt sogar einige Arten, die in großen Flüssen vorkommen. Bisher sind ungefähr 80 Walarten bekannt. Ihre Größe reicht vom rund einen Meter langen Hector-Delfin bis zum über 30 Meter langen Blauwal, dem größten Tier, das jemals auf diesem Planeten gelebt hat. Er wiegt bis zu 170 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von rund 5.000 Schulkindern oder 2.500 Erwachsenen. Allein seine Zunge ist so schwer wie ein ausgewachsener Elefant.

DIE VORFAHREN
Die Ahnen der Wale lebten auf dem Land und waren Huftiere, wahrscheinlich Verwandte der heutigen Flusspferde. Vor etwa 50 Millionen Jahren, als die wasserlebenden Saurier längst ausgestorben waren, eroberten sie die Ozeane als neuen Lebensraum - vermutlich zur Erschließung besserer Nahrungsquellen.

Es dauerte 20 Millionen Jahre bis sich ihre Hinterbeine zurückbildeten und zu Flossen (Flipper) Schwanzflosse (Fluke) wurden. Das wärmende Fell wich einer im Wasser viel besser isolierenden Fettschicht, und die Nasenöffnung wanderte von der Vorderseite des Kopfes zur Oberseite.

 

wale

HEUTIGE WALE
Heutige Wale werden in zwei Gruppen eingeteilt: Bartenwale und Zahnwale. Alle Großwale, mit Ausnahme des Pottwals, gehören zu den Bartenwalen. Bartenwale haben statt Zähnen lange, vom Oberkiefer herabhängende Hornplatten. Auf der Suche nach Nahrung filtern sie durch dieses Bartensieb Wasser und Sand vom Meeresboden.

blauwal

Zur zweiten Gruppe der Wale, den Zahnwalen, gehören die drei Pottwalarten, die Schnabelwale, die sechs kleinen Schweinswal- und zwei Gründelwalarten, die große Gruppe der echten Delfine sowie einige Flussdelfine. Echte Delfine sind Orca, Großer Tümmler und noch über 20 andere Arten. Sie können bis über 200 Zähne haben (Spinner-Delfin). Bei Weibchen von Narwalen und Schnabelwalen sieht man hingegen meist gar keine Zähne. Die Zahnwale ernähren sich fast ausschließlich von Fischen und Tintenfischen. Einige wenige Arten fressen gelegentlich auch Krebse oder sogar Quallen und Seesterne.

zahnwal

Die Zahnwale haben eine fantastische Fähigkeit entwickelt: Ähnlich wie Fledermäuse in der Luft finden sie sich im Wasser mit Hilfe von Echoortung zurecht. Sie senden hochfrequente, für Menschen nicht hörbare Töne aus - sogenannte Klicks - und orientieren sich anhand der zurückgeworfenen Schallwellen. Damit entsteht quasi ein akustisches Bild ihrer Umgebung. Selbst in tiefer Dunkelheit können sie so noch Beute orten.

WALFANG

Trotz des bestehenden Walfangverbots werden jedes Jahr von Japan, Island und Norwegen Wale gejagt. In den letzten Jahren steigen die Fangquoten sogar wieder. 
Jahrhunderte lang war der Walfang ein Riesengeschäft. Aus den Walen wurden Margarine, Lampenöl, Kerzenwachs, Lebertran, Sprengstoff, Schallplatten, Seife, Schuhcreme, Lippenstifte, Parfüms oder Regenschirme hergestellt. Die Walfangflotten und ihre Schiffe wurden immer größer und moderner. Die Folge: Anfang der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts war der Markt mit Walöl regelrecht überschwemmt. Es gab soviel Walöl und Walknochen, dass damit kaum noch ein Geschäft zu machen war. Um dies zu ändern gründeten im Jahr 1946 14 Länder die International Whaling Commission (IWC). Sie entscheidet bis heute darüber, welche Wale in welchen Meeresgebieten in welcher Stückzahl getötet werden dürfen.

Warum man heute überhaupt noch Wale gejagt werden, ist eine gute Frage. Denn all die Dinge, die aus Walen hergestellt wurden, können aus vielen anderen Rohstoffen produziert werden. Offiziell werden heute Wale nur zu "wissenschaftlichen Zwecken" gejagt. Aber das stimmt nicht, es geht hauptsächlich um eines: das Fleisch. Viele Walfänger haben es heute auch auf den Zwergwal abgesehen. Er blieb früher verschont, weil es sich nicht lohnte, diesen „nur“ bis zu acht Meter langen Meeressäuger zu jagen. Nun sollen sie in großer Stückzahl erlegt werden, da der Verkauf des Fleisches ein gutes Geschäft geworden ist. Feinschmecker zahlen viel Geld für Walfleisch. Ein ausgewachsener Zwergwal ergibt etwa 1500 Kilogramm Fleisch und 500 Kilo Speck.

Es landet überwiegend auf den Tellern japanischer Restaurants. Dort wird es als Delikatesse gehandelt - obwohl sich mit zunehmender Meeresverschmutzung darin immer mehr Gifte anreichern. Und so kämpfte Japan wie seit vielen Jahren verbissen darum, die ungehemmte Jagd durchzusetzen. Auch werden zum Beispiel jedes Jahr tausende von Delfinen, Grindwalen, Schnabelwalen und Tümmlern getötet, weil die Fischer sie als Konkurrenz sehen oder ihr Fleisch als Köder verwertet oder als Tierfutter verkauft wird.

Auch dem Blauwal wird nachgestellt. Aber nicht wegen seines Fleisches. In Island ist er ein wichtiger Wirtschaftsfaktor als Touristenattraktion. Mehr als 30 000 Besucher unternehmen dort jährlich eine Bootstouren zur Walbeobachtung. Sie alle wollen einmal im Leben einen Blick auf die fast zehn Meter Atemfontäne der Tiere, den so genannten Blas, werfen. Blauwale sind seit fast 40 Jahren streng geschützt. Doch auch das Beobachten der riesigen Tiere, das „whale-watching“ genannt wird, ist Tierschützern ein Dorn im Auge. Denn es stört die Familienruhe der Wale

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MariaMalerin 14.10.2021 - 17:19

GenauJol366

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Jol366 26.09.2021 - 13:21

Ich finde die Waljagd schrecklich. Um so schlimmer das so viele Menschen dafür sind. 

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MariaMalerin 11.09.2021 - 11:40

Ich liebe Delfine.Deswegen würde ich Delfine nehmen.Lg Maria 😀🐬